Wie aus einer Beere ein Betrieb wurde.

Orangerot soweit das Auge sehen kann, dazu der blaue Himmel Brandenburgs. Auf Christine Berger hatte der Anblick der Sanddornfelder zur Erntezeit nachhaltige Wirkung.

Die leuchtende Beere ließ sie nicht mehr los. Anfang der 90er Jahre pachtete das Ehepaar Berger eine Sanddornplantage im Land Brandenburg, wenig später das Gelände des heutigen Sanddorn-Gartens in Petzow.

Der Anfang: Eine Plantage, eine Idee

Nach der Wende pachtete das Ehepaar Berger eine Sanddornplantage bei Werder (Havel). Kurz darauf folgte das Gelände des heutigen Sanddorn-Gartens in Petzow. Der Sanddorn wuchs schon dort. Was noch fehlte, war jemand, der ihn verarbeitet.

Christine Berger hatte eine Vorstellung davon, was aus der Beere werden könnte — und stellte ein Team aus Lebensmittelexperten zusammen, das diese Vorstellung in Produkte übersetzte. Am Anfang stand Sandokan, der Sanddornsaft. Sanddorn ist eine schwierige Beere: intensiv, empfindlich, eigensinnig. Schon bei der Entwicklung des ersten Produkts zeigte sich, dass Kompromisse hier nicht funktionieren.

Wachstum: Aus einem Saft werden über 70 Produkte

Was als Saft begann, wurde über die Jahre zu einem Sortiment, das kaum Vergleiche kennt. Fruchtaufstriche mit Chili und Guave, Sanddornwein, Liköre, Kosmetik, Tees, Gummibärchen — alles nach eigenen Rezepturen, alles aus eigenem Anbau. Die Felder wuchsen mit, von der ersten gepachteten Plantage auf heute über 100 Hektar biozertifizierter Anbaufläche.

Die Qualität fiel auf. 1996 wurde der Sandokan Sanddorn-Likör mit dem CMA-Spezialitätenpreis ausgezeichnet, 2000 folgte der CMA-Spezialitätenpreis für das Bio-Sanddorngelee — überreicht persönlich durch Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funk. 2007 ehrte das Land Brandenburg Christine Berger als Unternehmerin des Jahres.

Generationenwechsel: Dorothee Berger übernimmt

Bis 2008 führte Christine Berger das Unternehmen allein. Dann stieg ihre Tochter Dorothee in die Geschäftsführung ein. Eine ihrer ersten großen Aufgaben: die Einführung der Bio-Linie im Naturkosthandel. Seit 2010 sind die Sandokan-Produkte erfolgreich im Bio-Handel etabliert. Seit Mitte 2019 leitet Dorothee Berger das Unternehmen als alleinige Geschäftsführerin.

Heute: Ausgezeichnet, gewachsen, verwurzelt

Die Auszeichnungen gingen weiter. 2015 erhielten die Fruchtaufstriche Sanddorn-Ingwer und Sanddorn-Mango-Chili die DLG-Medaille in Gold. 2025 wurden die Knusperwaffeln gleich doppelt prämiert — von Pro Agro und von Edeka. Viele Produkte tragen das Pro Agro Gütezeichen als Brandenburger Qualitätsprodukt.

Was sich nicht geändert hat: Der Betrieb steht in Petzow, der Sanddorn wächst auf unseren eigenen Feldern, und alle Produkte entstehen nach unseren eigenen Rezepturen. Aus der einen Plantage ist ein Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern geworden — und der Sanddorn ist uns bis heute nicht gleichgültig.